Kuratie St. Paul 1929 - 1932
Bis zur Fertigstellung der Kapelle St. Paul im Jahre 1929 gehörten die Katholiken des Almengebiets seelsorgerlich zu St. Josef, Lindenhof und zu St. Jakobus, Neckarau. Die Einsicht, dass auf dem Almenhof eine eigene Pfarrgemeinde entstehen musste, bewog den Neckarauer Stadtpfarrer Julius Berberich und seinen Stiftungsrat zum Bau der beiden Gemeindehäuser und der Bereitstellung des Geländes für die künftige Kirche.
Die 250 qm große Kapelle im Erdgeschoss des nördlichen Gemeindehauses bot bei den sonntäglichen Gottesdiensten etwa 400 Gläubigen bequem Platz. Eine Schiebewand trennte den Saal in zwei Teile, sodass der Altarraum für die Werktagsgottesdienste vorbehalten blieb, während der andere Teil des Saales als Kindergarten dienen konnte. Den Altar zierte ein Relief vom Guten Hirten.
Am 3. November 1929 versammelte sich die katholische Almenhofgemeinde erstmals zur Einweihung der St. Pauls - Kapelle. Der Name des Hl. Paulus wurde deswegen gewählt, weil alle Straßen des Almenhofs die Namen von Freiheitshelden tragen sollten:
Paulus aber ist der große Held der Freiheit in Christo.
Die Seelsorge wurde zunächst noch von Neckarau versehen. Jeden Sonntag um 08:30 Uhr und an vier Werktagen war hl. Messe. Der für den Almenhof zuständige Kaplan war, Albert Stehlin, der von 1940 bis 1947 Stadtpfarrer von Neckarau und später Prälat und Präsident des Deutschen Caritasverbandes. Unter diesem hervorragenden Seelsorger entwickelte die kleine Gemeinde von Anfang an eine erstaunliche Lebendigkeit. Eine Schar von Ministranten findet sich ein, eine Jungmädchengruppe besteht von Anfang an und schon am 18. Februar 1930 wird er Kirchenchor gegründet. Die Schwestern vom Heiligen Kreuz aus Hegne versehen die sozialen Dienste in der Gemeinde und führen den Kindergarten. Ihre Wohnung befindet sich über der Kapelle im Gemeindehaus.
Am Weißen Sonntag 1930 ziehen erstmals dreizehn Erstkommunikanten in die Kapelle ein, geleitet von drei Priestern: Kaplan Albert Stehlin, Richard Hauser, Kaplan in Heilig Geist und Pater Karl Gärtner, Leiter des Missionskonvikts Donaueschingen.
Am 22. Juni 1930 findet die erste Bücherausgabe der Borromäusbibliothek statt, die von Albert Albiez betraut wird. Kaplan Albert Stehlin wird am 11. Dezember 1930 nach Pforzheim versetzt.
Nun übernimmt der Neckarauer Kaplan Johannes Schäfer, der spätere Stadtpfarrer von St. Sebastian (1942-1950), die Seelsorgearbeit auf dem Almenhof. Mit ihm konstituiert sich am 21.05.1931 die männliche Jugendgruppe. Der Mütterverein wird am 24.05.1931 gegründet.
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